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Ceiling Painting Barock Theatre NeubrandenburgCeiling Painting Barock Theatre Neubrandenburg 

 

Das neue Deckenbild im barocken Theaterbau

Die Blütezeit der Deckenbilder war die Renaissance und der Barock in Kirchen und Repräsentationsbauten. Architektur und Malerei sind zu einer einzigartigen Symbiose verschmolzen. Wo man heute durch eine Glasdecke in den grauen Himmel sieht, eröffnete dieses Programm einen direkten Blick zu göttlichen Gestalten und allegorischen Szenen.

Im Anschluss an der Gesamtüberholung des Schauspielhauses Neubrandenburg wurde ich damit beauftragt, ein neues Deckenbild zu entwerfen und auszuführen. Ausgehend von Studien vergleichbarer Werke aus der Barockzeit untersuchte ich insbesondere das sich im Würzburger Schloss befindliche Deckenbild von Giovanni Battista Tiepolo. In Anlehnung an sein Würzburger Vorbildverzichtete ich weitgehend auf architektonische Elemente und konzentrierte mich auf vier figürliche Themengruppen. 

 

Bildprogramm

Die assoziativen, an den vier Seiten des Bildes positionierten Ensembles sind so angelegt, dass sie aus allen Betrachtungswinkeln beeindruckend wirken. Auf der Ostseite etwa reitet eine wilde Karawane asiatischer Reiter vorbei. Sie erinnern an die Apokalypse von Albrecht Dürer. Gegenüber findet ein imaginärer Büchersturm statt. Teufel und Dämonen zerreißen aufgestapelte Bücher und stürzen sie in die Tiefe. Auf der Südseite ringen die Geschlechter miteinander. Frauen stoßen Männer vom Bildrand; andere sind in Kampf- und Liebesszenen ineinander verknäult. Davon unbeeindruckt schweben auf der Nordseite elf Clowns am Himmel. Die Gruppen sind an den Rändern eines Sturms angeordnet, der sich in der Mitte der Komposition zusammenzieht. 

Die Seitenbilder können als Zukunftsvisionen gelesen werden und sind mit vielen Figurenzitaten aus Theater- und Kunstgeschichte bereichert. Endzeitstimmung, Euphorie, schwebende und fallende Menschengruppen sind hier gleichzeitig zu beobachten. Die Gesamtkomposition ist wie ein an die Decke gespiegelter,orientalischer Garten, in dem die vier Seiten der Welt zu beobachten sind. 

Das Bild entstand in sieben Monaten 1996/97, eine Zeit, in der vor allem in Ostdeutschland ein Gefühl sowohl des Zusammenbruchs als auch des Aufbruchs herrschte. Ich war damals 33 Jahre alt und entwickelte aus der Auseinandersetzung mit historischen Vorbildern zugleich ein Zeitbild. 

 

Maltechnik

Das Gemälde ist in einer Öl-Kasein Technik gemalt, die seit der Renaissance von vielen Malern praktiziert wird. Sie verbindet die Vorteile der Öl- und Tempera-Malerei, darunter Alterungsbeständigkeit, langsame Trocknung und kräftige Farbwirkung. Das Bild entstand auf einer Fläche von 14 x 8 Metern, deren Proportionen dem goldenen Schnitt entsprechen. 

 

Die Rekonstruktionsarbeiten des Deckenbildes 

Die malerischen Arbeiten erfolgten in den 90er Jahrenauf sehr frisches Holz, aus dem auch stellenweise Harz austrat. Das führte im Laufe der vergangenen 20 Jahren zu Schädenin der Farbstruktur und zu vielen abgeplatzten Bereichen. Beide Schadensarten sollen nun restauratorisch behoben werden. 

Das Landestheater Neustrelitz und der Rotary Club Neubrandenburg stellen im 2019 die Mittel bereit, um die dringendsten Rekonstruktionsarbeiten vorzunehmen. Die vorgesehene Maßnahme findet im August 2019 im Schauspielhaus Neubrandenburg statt. 

 

 

 

 

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