Bäume gespickt mit Briefen aus dem Jenseits, ein Hotel voller Gäste, die sogar nicht zueinander passen wollen, ein tickender Raum voller Uhren als Zeitschleuse, ein Sarg umgeben von über Jahren gesammelten Todesanzeigen, eine Wiese aus Kabelbindern, ein Schrank voller skurriler Gegenstände aus der Welt des Geldes, römische Ziegel im Zimmer von Peter Pan – Klemens Kühn findet immer wieder überraschend poetische Bilder für alltägliche Themen und Geschichten.
Ob in seiner Funktion als Bühnenbildner am Theater oder als Ausstellungsdesigner – die von ihm gestalteten Räume ziehen den Betrachter schnell in ihren Bann. Mit viel Liebe zum Detail verbindet er in seinen Ausstellungen seriöse Inhalte mit spielerisch Erfahrbarem. Ohne je den Blick für das große Ganze zu verlieren gelingt es Kühn Orte zu schaffen, an denen die Zeit für einen Moment still steht.
Mit viel Respekt vor dem Zauber der kleinen Alltagsdinge laden seine Installationen dazu ein, sich einzumischen, sich berühren zu lassen, Dinge in die Hand zu nehmen im wahrsten Sinne des Wortes. Schubladen zum Aufziehen und wieder Verschließen, Briefe zum Weiterschreiben, Telefone, in die man hineinhorchen kann – Kühns Räume verführen den Besucher, die Welt wieder mit all seinen Sinnen zu erforschen, so wie Kinder es tun und später – leider – oft verlernen.
Was bleibt nach dem Besuch einer von ihm gestalteten Ausstellung – egal ob zum Thema Tod, zum Thema Geld, DDR oder Globalisierung – ist ein ganz körperliches Gefühl, etwas erlebt und Neues erfahren zu haben - und ein Kopf voller Bilder.
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