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Eine Inszenierung, ein Bühnenbild und die Kostüme zu entwickeln, ist immer wie das Eintauchen in eine neue, noch unbekannte Welt. Diese Welt besteht nicht nur aus dem Stück, dem Autor und seiner Zeit, auch alle Beteiligten, das Theater an dem man arbeitet und man selbst sind Teil eines kurzzeitigen Universums.

In der Vorbereitung versuche ich Bezüge zu Malerei, Fotografie, Filmen und zu der Entstehungszeit des Textes herzustellen. Manchmal ergibt sich daraus ein Gedanke. Raumbestimmend sind vor allem das Stück, seine Struktur, seine Protagonisten, bzw. die Musik in der Oper und im Tanztheater. Die Entstehung der Inszenierungs-Konzeption ist kein rationaler Prozess. Regisseur und Bühnenbilder werden wegen ihrer besonderen Sprache ausgesucht. Mich interessiert Theater, dass eine klare Absicht verfolgt. Es kann um einen politischen, sozialen, familiären oder künstlerischen Konflikt gehen, aber er sollte erkennbar sein. Gleichzeitig geht es immer um Imaginationskraft - das was zwischen Bühne und Publikum stattfindet bzw. in den Köpfen der Zuschauer. Also wie viel kann man weglassen oder nicht zeigen oder nicht sagen, damit es um so stärker in unseren Vorstellungen entstehen kann.

Innerhalb der verschiedenen Kunst- und Medienrichtungen bleibt Theater trotz aller Krisen eine einzigartige Performance und Rezeptionsart. Warum Leute ins Theater gehen, ist nicht nur willkürlich und unvorhersehbar. In unserer individualisierten Welt bleiben nur wenige Orte, wie die Theater in denen man sich mit anderen Zuschauern in einen gemeinsamen Imaginations- und Diskursraum begibt. Die Akteure der Bühne senden nicht nur in eine Richtung, sondern empfangen auch aus dem Saal Betroffenheit, Langeweile, Vergnügen und Aufmerksamkeit. Eine eintrainierte Kommunikation verhandelt das Thema der Inszenierung, die Art der Interpretation und die öffentliche Sicht darauf.

 

Probenpause Bühnen Halle, Foto Klemens KühnProbenpause Bühnen Halle, Foto Klemens Kühn