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Das Ballhaus

nach einer Idee von Steffen Mensching, frei nach dem Film "Le Bal" von Ettore Scola (1983)

Bühnen Halle 2010

Regie & Choreographie: Ute Raab

Bühne: Klemens Kühn

Darsteller: Christina Papst , Conny Mews Heidemarie Schneider, Julia Zabolitzky, Louise Nowitzki, Melina von Gagern, Natascha Mamier, Susann Viehweg, Axel Gärtner, Emanuele Peters, Enrico Petters, Florian Schmiemann, Florian Ulrich Stauch, Frank Schilcher, Harald Höbinger, Jörg Kunze, Paul Mailänder

Musiker: Florian Ulrich Stauch, Lukas Rabe, Oliver Lisewski, Peter Schneider, Sascha Paul Stratmann

Die Jahrhundert-Geschichte des Filmstoffs "Le Bal" verlangt einen historisch genauen Ballsaal, mit Tanzparkett, Bar, einem Ort für ein kleines Orchester und vor allem Türen für akzentuierte Auftritte. Gleichzeitig muss sich der Raum in Sekunden mehrfach unaufwendig verwandeln und die Zeitepochen zwischen 1920 und 1990 unterstützen. Was passiert mit einem Tanzraum über ein Jahrhundert?

Das Bühnenbild konzentriert sich auf drei wichtige Raumkomponenten: Boden, Säulen und Hintergrundfenster. Auf den Tanzboden wurde mit Siebdruck ein spezielles Ornament aufgebracht, was sich in verschiedenen Lichtstimmungen verändert. Durch eine leichte Patina der Bodengestaltung wird der Raum sofort authentisch und gewinnt an Dimension. Mit der Bühnenmeistern wurde eine spezielle Technik entwickelt, um die acht Säulen des Raumes gleichzeitig um 180 Grad zu drehen - so verwandelt sich die Raumfarbe in wenigen Sekunden von dunkelrot auf weiß. In vier großen Hintergrundfenstern sind mehrere gemalte Prospekte hintereinander angeordnet. An vier daramturgisch wichtigen Momenten fällt ein Prospekt nach unten und gibt das nächste Bild frei.

Das Ballhaus ist eine musikalisch-historische Choreografie, in der die Protagonisten sich durch ein ganzes Jahrhundert bewegen - von der Weimarer Republik über die Nazi-Diktatur, durch beide deutschen Staaten bis zum Wendepunkt, der Wiedervereinigung. Dieses Panorama der deutschen Geschichte verdichtet sich zu Episoden, die auf einem Tanzparkett in sehr menschliche Szenen übersetzt werden. Eine Geste, ein Minenspiel, Bewegungen spiegeln Geschichte und deren Auswirkungen auf Personen, die den Zeitläuften unterworfen werden.

Der Ballsaal auf dem das spielt, wird zum Gedächtnis der historischen Zeit, zum Ort der all das bewahren kann, was ansonsten in den Geschichtsbüchern verschwindet. Und er hält Geschichte lebendig, weil er sie durch die Menschen zeigt, durch ihre Aktionen und Reaktionen auf die epochalen Brüche, deren Folgen meistens viel direkter sind, als es die Geschichtsschreibung vermuten lässt. Geschichte der Menschen und menschliche Geschichten - auch ohne Worte wird zurückliegende Zeit lebendig und rückt dem Zuschauer sehr nah.

Das Ballhaus, Steffen Mensching, Bühnenbild Klemens KühnDas Ballhaus, Steffen Mensching, Bühnenbild Klemens Kühn