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Comic-Buch „Generalissmus“

Verlag Matthes & Seitz 2015  ( in Arbeit )

 

Es ist die Geschichte des russischen Arztes Gassanow während des 2.Weltkrieges, in einem Kriegslazarett in Nordsibirien, Berjosowo. Er bekommt von einem ortsansässigen Schamanen den Hinweis, dass sich bei der Schneeschmelze ein besonderer Sarg aus dem ewigen Eis gelöst hat. Darauf hin öffnet er den Sarg und er entdeckt den unversehrten Körper des großen Generals Alexander Danilowitsch Menschikow, der unter Peter I. einer der bedeutendsten Staatsmänner Russlands war und von dem späteren Peter II. nach Sibirien verbannt wurde.

In einem neuartigen Experiment gelingt es Gassanow den Körper des Generals wiederzubeleben, der auch ohne große Verwunderung oder körperliche Einschränkungen wiedererwacht und den Sprung von 200 Jahren verkraftet. Weit aus größer sind die Verwirrungen über das Ereignis bei den Ärzte-Kollegen und den Militärs. Der 272 Jahre alte Menschikow wird mit dem Doktor erstmal nach Moskau beordert. Vielleicht soll es zu einem Treffen mit Stalin kommen. Auf der langen Fluss- und Eisenbahnreise kommen sich die beiden Männer näher, der Ex-Berater des russischen Zaren und sein Arzt und Bewunderer. Der Aufenthalt in Moskau wird zu einem langen Warten. Die Existenz von zwei Generalissimi – Stalin und Menschikow - verunsichert viele. Als es endlich zu dem erwarteten Treffen der beiden während eines großen Banketts kommt, gibt es einen kurzen unspektakulären Wortwechsel. Bald darauf eine kurze Empfehlung eines Militärs: „… die gewisse Person, die sich Menschikow nennt, in seine Ausgangsposition zurück versetzen…“

Damals hatten wir spontan die Idee, dass sich das Fragmentarische, das Sprunghafte der Erzählung und die vielen Dialogpassagen des Textes ideal für ein Comic eignen würden. Die ungewöhnliche Herausforderung  des Fragments ist nicht nur sein Science Fiction Charakter, sondern auch die theatralische Collage der beiden Generäle. Ganz beiläufig trifft das 18.Jahrhundert das 20.Jahrhundert. Nicht irgendwo, sondern am Ende des zweiten Weltkrieg im Kreml und im ewigen Eis Nordsibiriens. Jetzt lange nach der Auflösung des Sozialismus erscheint diese literarische Konstruktion als eine angemessene Wieder-Annäherung an jüngste russische Geschichte mit ihren tiefen vielfältigen Hintergründen. Wsewolod  Iwanow gelingt das mit Poesie, Leichtigkeit und Humor.

Um den Aufwand der Comic-Idee besser einschätzen zu können, begann ich eine erste Sichtung der Themenfelder, die sich in die Spielorte Berejosow, Moskau und den Reiseweg dazwischen teilen lassen, in die authentischen Personen des Generals Menschikow, des Zaren Peter I. und Stalin, sowie die dazu gehörigen Zeitebenen. Während sich die Recherche in der Zarenzeit übersichtlicher gestaltet, ist es sehr schwierig ein Bild von der sibirischen Ob-Landschaft zu gewinnen, sowie von der Reise von dort nach Moskau. Deshalb hatte ich schon sehr früh den Wunsch die Orte direkt zu besichtigen. Eine befreundete Fotografin hat mir von den Möglichkeiten des Grenzgänger-Stipendiums erzählt und mich ermutigt mein Projekt einzureichen.

Da die geplanten Zeichnungen sehr detailreich sein sollen, ähnelt die Material-Vorbereitung sehr einer filmischen Arbeit, einer Motivsuche. Neben der lebendigen, rhythmischen Gestaltung der Story und der Charaktere, gewinnt eine genaue Darstellung der Landschaft, der Architektur, der Kostüme und der Accessoires eine große Bedeutung, um in der Bildsprache eigene Atmosphären aufzubauen, die den Text nicht nur illustrieren, sondern ihn in der Gegenwart ankommen  lassen.

Comic-Buch „Generalissmus“ Entwurf Klemens KühnComic-Buch „Generalissmus“ Entwurf Klemens Kühn

 Comic-Buch „Generalissmus“ Entwurf Klemens KühnComic-Buch „Generalissmus“ Entwurf Klemens Kühn

Comic-Buch „Generalissmus“ Entwurf Klemens KühnComic-Buch „Generalissmus“ Entwurf Klemens Kühn

 Comic-Buch „Generalissmus“ Entwurf Klemens KühnComic-Buch „Generalissmus“ Entwurf Klemens Kühn